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Sieh bis zum Horizont und entscheide dann

Lebensmedizin für bewusstes Leben Bodensee
Herausgegeben von in Empowerment ·
Tags: HingabeLebenszieleLebenskrisenbewältigen
Sieh bis zum Horizont und entscheide dann.  – Wahre Hingabe  - Mit Bewusstheit in das Leben.
Vielmals lese ich die wahre Hingabe an das Leben führt dich ins Glück. Aber was heisst das. Hingabe, das bedingungslose Annehmen von dem was ist macht dich frei? Oder ist es vielleicht umgekehrt. Erst wenn du die wahre Hingabe ausübst, bist du frei.

Fangen wir vorne an: Da ist eine Lebenssituation, die dich in irgend einer Weise beeinträchtigt. Du kannst nun versuchen über das Leiden hinauszugehen, indem zu das «Problem» einfach ignorierst. Ja, es kann sein, dass dein Körper mehr und mehr dir zeigt, dass du kürzer treten sollst, einen anderen Weg einschlagen müsstest oder einfach, dass dir die kritische Lebenssituation körperlich sehr zusetzt und der Körper mit Krankheit darauf reagiert.

Natürlich hast du die Möglichkeit «die Lebensblockade» wie einer Weiser anzugehen. Du gibst dich einfach dem hin, was aufritt. Dies ist die grosse Meisterschaft des Lebens. Einfach den Moment leben. Nein, keine stresserzeugenden Emotionen aufflackern zu lassen, keine Wut, kein Zorn, keine Niedergeschlagenheit. Einfach sein heisst dann die Devise. Dem Flow des Lebens mit Hingabe zu begegnen heisst frei zu sein von Ängsten, störenden Gefühlen. Ja sogar störende Gefühle als Energie im Fluss des Lebens zerfliessen zu lassen. Diese wunderschöne Meisterschaft ist anzustreben.. Wobei streben schon wieder ein sich hinbewegen mit Energie und Willen zu tun hat. Wer jedoch Hingabe lebt, der braucht kein Streben mehr, keine Energieaufbringung zur Zielerreichung mehr aufzuwenden. Derjenige, der ohne Widerstände und Ängste lebt ist im wahrlichen Fluss des Lebens. Und wer im Fluss ist, dem Fliessen auf wundersame Weise die Schönheit und Reichtum des Lebens zu, da keine Lernaufgaben mehr bewältigt werden müssen.

Allerdings kenne ich niemanden, der gegenwärtig frei von diesen egogetakteten Denkstrukturen ist. Auch in den weisesten unserer Zeit erkennt man noch immer, wie der Verstand mit all seinen tricki Stolperfallen zuschlägt.

Wer also in einer Lebenslage steckt, sei es Krankheit oder Lebensumstände, der lebt eine grosse Herausforderung mit der aufflackernden Lebenssituation umzugehen. Hier bedarf es einer grossen in sich ruhenden Kraft, um die Lebenshürde in ein grosses Geschenk zu wandeln. Lebensgeschenke werden meistens nur nach dem ganzen Drama verteilt, also wenn man die Lebenskrise erfolgreich gemeistert hat. Die Frage ist also, gibt es da noch ein Zwischending, um die Lebenskrise während sie besteht leicht zu überstehen oder gilt es einfach sich der totalen Hingabe zu üben.

Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die sich der totalen Hingabe üben meistens einen grossen Spannbogen in sich aufbauen. Da besteht also das Problem, dass überwunden werden will koste es was es wolle. Auf der anderen Seite dass weise sein wolle und erleuchtet zu handeln. Dabei ist das erleuchtet zu handeln schon ein Irrsinn in sich. Wer überlegt, wie er am weisesten handeln kann, der arbeitet aus dem Ego. Funktioniert also nicht.

Die Hingabe an das Leben ist etwas, dass auch sich entsteht. Wir können lediglich im Moment immer wieder neu uns den auftretenden Stolpferfallen hingeben und so mehr Präsenz erzeugen. Das sich öffnende Bewusstsein erinnert sich automatisch und weitet sich in mehr Hingabe.

Die Frage ist nun, gibt es Problemberge zu überwinden, gebe ich mich dem Problem vollkommen hin oder überwinde ich das Problem, indem ich mir Ziele setze. Die Überwindung einen Problemberg zu überzwingen arbeitet ausschliesslich aus dem Ego und ist problemfixiert. Wir haben ein Problem und suchen eine Lösung, um das Problem zu beseitigen. Bei dieser Lösung freut sich das Ego über aufflammende Probleme, Blockierungen und Hürden, die abgearbeitet werden müssen. Der Krux an der Geschichte ist, dass so nie und nimmer sich ein zufriedenstellendes Ergebnis auftut, weil der Verstand begeistert und manchmals sogar süchtig ist nach all der Problemlöserei.

Die Variante eine Lösung um aus dem Problem heraus zu treten zu definieren, ist wohl wahrlich schön, aber wer schon mal in einer Lebenskrise verbracht hat, weiss wie wenig Energie für das Erreichen seiner Ziele oft aufgebracht werden kann. Manchmal sind schwierige Lebenssituationen so lähmend und energieraubend, dass kein Licht am Tunnel erkennbar ist. Und wer schon ausprobiert hat, dennoch das erfasste Endziel anzustreben, koste es was es wolle, der findend sich oftmals am Tiefpunkt seines Lebens wieder. Oft mit gar keiner Energie mehr und gar keinen Zielen mehr. Ja, vielleicht ist das sogar ein guter Anfang für die Lebensbewegung, die erfüllt ist von Reichtum, Freude und Fülle.

Ich habe alle Varianten ausprobiert. Mich mit der ganzen Kraft des Egos durchbeissen zu wollen, oder erhaben in Weisheit mich einer «Hingabe zu üben», die im übrigen ebenfalls aus dem Ego arbeitet oder das Wegarbeiten von Problemen mit Prozessarbeit. Auch das ist Arbeit, die zwar im Moment hilfreich erscheint, auf die Zeit hinaus jedoch nur ein Herumhüpfen im Lebenszirkus bedeutet. Einverstanden, wer Prozessarbeit macht, der wird in erster Linie ermächtigt wieder geerdet zu sein, im Hier und Jetzt präsenter zu sein und wieder in eine Handlungsbevollmächtigung zu kommen. Denn, wer erstarrt oder gelähmt aus einer schwierigen Lebensphase hervortritt, der muss auf jedenfall als erstes wieder in eine handlungsfähige Position kommen, denn aus dem Zustand von Erstarrung und Lähmung ist kein Lebensspiel möglich.

Eine gute Idee ist also anzufangen, all die Gefühle, die im jetzigen Moment in den unterschiedlichsten Lebenssituationen auftreten anzuschauen, sie wahrzunehmen und ihnen Beachtung zu schenken. Im Zeithorizont ist das Streben eines grossen Endzieles bestimmt schön, wenn es nicht noch mehr stressbelastend ist sondern Freude schafft. Dennoch, wer handlungsfähig sein Leben lebt, der möge sich kleine Ziele setzen, klitzekleine vielleicht sogar und versuchen diese zu erreichen. In einem achtsamen und liebevollem Umgang mit sich selbst.

Wer eine Lebenskrise erlebt, der fällt meistens aus dem Lebensrahmen hinaus, wird defragmentiert und wie oben beschrieben erstarrt oder ist in seinem Wesen gelähmt. Steckt man selbst in der Situation, bemerkt man oft nicht, dass das eigene Energiefeld nur noch ein zersplittertes Puzzle ist, dass wieder zusammen gefügt werden will. Und doch, wer auf Rückzugskurs ist, weil das Leben zu laut, zu energiereich, zu strapazierend ist, der weiss, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Vielleicht braucht es ein Grounding um still zu werden, um sich neu zu sortieren und wieder in eine kohärente Lebensweise zu finden. Vielleicht helfen aber auch Anzeichen von Stress, Krankheit und Spannung um einfach einen Moment in sich ruhig zu werden. Einfach einen Moment in sich zu horchen, und sich zu fragen, was ist der nächste mögliche Schritt für mich. Was ist das Ziel, dass ich anstreben kann, was mich leise freudig den Weg gehen lässt ohne ein Muss, ohne Spannung und ohne Zielerreichung. Diese neuen Ziele sind in Liebe gepackt, sind Heilsam für die Seele und beglücken unseren innersten Kern. Ja und mehr von diesen in Liebe erreichten Ziele schenkt mehr von Vertrauen, schenkt mehr Freude und schenkt eine verbesserte Resilienz. Eine gute Idee also achtsam vorwärts zu gehen, leise, behutsam und freudvoll.. Und dann eines Tages, der Horizont hat sich neu geöffnet, dass Leben ist zu einem Spiel der Freude geworden indem Du dich jetzt bewegst.. Und die Hingabe.. Ja wer weiss, vielleicht lebst du sie ja schon, unbewusst, aber nicht weniger erfüllt von unschätzbarem Reichtum.



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